Kompetenz-Letter
Auf Einladung des Betriebsrats
Liebe Betriebsräte, es sollte viel mehr sein, als eine lästige Pflicht. Das bisschen Lampenfieber ist es allemal wert, alle Arbeitnehmer des Betriebes gleichzeitig über die Arbeit des Betriebsrates zu unterrichten.
Schließlich sind die Teilnehmer auch gleichzeitig Wähler, die den Kandidaten bei der Betriebsratswahl einen Auftrag erteilt haben. Mit ein wenig Übung wird die regelmäßige Betriebsversammlung zur spannenden Herausforderung und gleichzeitig zu einem Höhepunkt der Betriebsratsarbeit.
Vieles hängt von der richtigen Vorbereitung ab. Schon die Einladung kann Spannung erzeugen. Neben dem obligatorischen Tätigkeitsbericht des Betriebsrats sollten die aktuellen Projekte und Ideen des Betriebsrats im Mittelpunkt stehen. Thematisch darf alles bearbeitet werden, was die Arbeitnehmer des Betriebes unmittelbar berührt. Betriebliche Alltagsthemen wie Mehrarbeit, Arbeitsbelastung, Umgestaltung der betrieblichen Abläufe, neue Fertigungsmethoden, der Zustand der Sozialräume, betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen usw. gehören dazu. Darüber hinaus können Themen wie Facharbeitermangel oder Leiharbeit, oder auch Altersteilzeit oder Rente mit 67 Themen auf einer Betriebsversammlung sein. Tarifliche Entwicklungen sowieso. Abgesehen von eingeladenen Referenten zum Thema, dem Gewerkschaftsbeauftragten, den Arbeitnehmern des Betriebes und natürlich dem Arbeitgeber ist eine Betriebsversammlung nicht öffentlich. Der Arbeitgeber hat übrigens ein Rederecht; einmal im Jahr muss er sogar einen Bericht abgeben. Das ändert allerdings nichts am Hausrecht, welches bei dem Betriebsrat liegt. Das Gesetz verlangt übrigens vom Betriebsrat, jedes Kalendervierteljahr eine Betriebsversammlung einzuberufen. Die Kosten trägt der Arbeitgeber. Die Versammlungen müssen in geeigneten Räumlichkeiten stattfinden. Sind diese im Betrieb nicht vorhanden, muss nach außerhalb ausgewichen werden. Damit verbundene Raummiete muss der Arbeitgeber genauso bezahlen wie mögliche Fahrtkosten und Wegezeiten der Arbeitnehmer.
Informative Betriebsversammlungen machen Betriebsratsarbeit transparent. Sie sind unverzichtbarer Teil einer betrieblichen Demokratie, sie fördern aber auch die betriebliche Bindung. Eine gut informierte, engagierte und kritische Belegschaft begleitet und ermöglicht Weiterentwicklungen der betrieblichen Strukturen. Betriebsvereinbarungen kosten Geld und Zeit – und sind letztlich doch ein Gewinn für das ganze Unternehmen. Professionelle Vorbereitung, spannende Themenauswahl, unterhaltsame Durchführung, das sind die Schlüssel zur erfolgreichen Betriebsversammlung.
27.01.2012
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